Description
Das verlorene Album des Rapture Ensemble von Rodney Stepp. Unveröffentlichter Sweet Soul und Disco-Funk aus dem Indianapolis der mittleren 70er, mit Mitgliedern von Amnesty, Midnight Star und The Spinners. Die Geschichte von Rapture wird ausführlich in den Liner Notes des Naptown-Historikers Kyle Long erzählt.
Ein Foto in Rodney Stepps Scrapbook fasst diese Phase seines Musikerlebens zusammen. Es ist 1974, The Spinners waren Headliner beim Musikfestival „Zaire ’74“, einer Begleitshow zu Muhammad Alis legendärem „Rumble in the Jungle“-Kampf gegen George Foreman. Unter den verblassten Schnappschüssen findet sich ein Bild von Stepp backstage, Arm in Arm mit Ali; ein anderes zeigt The Greatest an Stepps Fender Rhodes, neben der Sängerin Etta James.
Für dieses Naptown-Wunderkind war das wie ein Traum: Zuvor hatte er bereits für Herb Millers Lamp Records als The Diplomatics aufgenommen und als Jazzie Cazzie and the Eight Sounds die Sweet-Soul-Granate „Young Girl“ auf einer seltenen Knaptown-45 veröffentlicht. (Diese Aufnahmen sind in der Now-Again-Lamp-Anthologie und unserer Compilation „Loving On The Flipside“ dokumentiert.)
Doch so aufregend sein Aufstieg aus dem lokalen Status auch war – so aufregend es war, Festivals und Arenen zu headlinen und in Late-Night-Talkshows aufzutreten –, Stepp wurde unruhig angesichts der mechanischen Routine als Sideman. Er war es leid, Nacht für Nacht dieselben Arrangements zu spielen. Er sehnte sich nach einem kreativen Ventil, das an seine frühesten Tage der Tonaufnahmen anknüpfte.
Also verließ Stepp 1978 The Spinners und kehrte nach Indianapolis zurück, wo er eine All-Star-Gruppe von Musikern formierte – darunter Mitglieder von Jazzie Cazzie und der sagenumwobenen Amnesty – und nannte die Band Rapture. Sie inspirierten unzählige andere. Sie nahmen Material im Umfang eines Albums auf. Now-Agains Egon erhielt 2002 erstmals Bänder von Stepp und überspielte sie pflichtbewusst, doch die Zeit war noch nicht reif für einen Vorstoß in diesen Materialschatz. 2025 schließlich erblickt Raptures Musik zum ersten Mal das Licht der Welt – ein triumphaler Spätkarriere-Moment für Stepp und ein Grund zum Feiern für alle, die von tiefem Sweet Soul und Disco-Funk fasziniert sind.




